Was ist die Multikulturalität?
Die Multikulturalität bezeichnet das Neben- oder Miteinander verschiedener Kulturen in einer Gesellschaft. Es wird von einem gruppenbezogenen Kulturverständnis ausgegangen, welches Kulturen als innerlich homogen und nach außen abgegrenzt versteht. Der Begriff des Multikulturalismus ist inzwischen zu einem Schmähwort geworden.
Wie entwickelt sich Multikulturalismus?
Multikulturalismus entwickelt sich typischerweise nach einer von zwei Theorien: der „Schmelztiegel“ -Theorie oder der „Salatschüssel“ -Theorie. Multikulturalismus kann landesweit oder innerhalb der Gemeinschaften einer Nation stattfinden.
Welche Prozesse führen zu einer multikulturellen Gesellschaft?
Zentraler Hintergrund der Diskussionen über eine multikulturelle Gesellschaft sind internationale Migrationsprozesse; hierzu gehören insbesondere Prozesse der Arbeitsmigration, Flüchtlingsbewegungen und Wanderungen aus ehemaligen Kolonien in die jeweiligen Mutterländer.
Ist das Konzept der Multikulturalität progressiv?
Wolfgang Welsch betont, dass das Konzept der Multikulturalität zwar gegenüber konservativen Forderungen nach gesellschaftlicher Homogenität progressiv war, in seinem Kulturverständnis aber traditionell bleibt. Damit droht dann gerade das gutgemeinte Multikulti, regressiven Tendenzen Vorschub zu leisten.
Was impliziert der Begriff der multikulturellen Gesellschaft?
Dabei impliziert der Begriff der multikulturellen Gesellschaft ein Neben- bzw. Miteinander nach wie vor klar unterscheidbarer Kulturen in einer Gesellschaft und unterscheidet sich insoweit vom Begriff der transkulturellen Gesellschaft, der das Verschwimmen oder gar die Auflösung kultureller Grenzen diagnostiziert.
Wie wird eine multikulturelle Gesellschaft abgelehnt?
Von Positionen, die einem eher „rechten“ politischen Spektrum zuzurechnen sind, wird eine multikulturelle Gesellschaft in der Regel als „Gefahr“ oder „Bedrohung“ gewertet und von daher abgelehnt (Schulte 1990a, S. 6ff.).