Kann mein Arbeitgeber mich zwingen woanders zu arbeiten?

Kann mein Arbeitgeber mich zwingen woanders zu arbeiten?

Grundsätzlich hat jeder Arbeitgeber ein Weisungsrecht. Nach diesem darf er Inhalt, Zeit und Ort der Arbeitsleistung auch einseitig bestimmen. Es gibt jedoch ein großes Aber: Denn der Arbeitgeber darf dieses Weisungsrecht nur innerhalb der vertraglichen Grenzen und auch nur nach billigem Ermessen ausüben.

Kann der Arbeitgeber mich einfach an einen anderen Standort versetzen?

Der Arbeitgeber kann sich bei einer Versetzung auf sein Weisungsrecht berufen: Er darf dabei Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung näher bestimmen. Die Versetzung bedarf nur einer einseitigen Willenserklärung: Sie können also auch ohne Ihre Zustimmung an einen anderen Arbeitsplatz versetzt werden.

Wann muss eine Versetzung angekündigt werden?

Zustimmung des Betriebsrats Nach den gesetzlichen Bestimmungen hat der Betriebsrat eine Woche Bedenkzeit. Hat er in diesem Zeitraum nicht reagiert, darf der Arbeitgeber die Versetzung wie geplant durchführen, vorher jedoch nicht. Stimmt der Mitarbeiter der Versetzung zu, muss der Betriebsrat dennoch beteiligt werden.

Wann darf ein Mitarbeiter versetzt werden?

Der Arbeitgeber darf seine Mitarbeiter versetzen, aber nur wenn es eine entsprechende arbeitsvertragliche Grundlage dafür gibt. Er darf aufgrund seines Weisungsrechts den Arbeitsort und -inhalt nur insoweit bestimmen, als er damit nicht gegen andere Bestimmungen aus dem Arbeits- oder Tarifvertrag verstößt.

Was kann man gegen eine Versetzung tun?

Theoretisch haben Sie drei Möglichkeiten, sich gegen die Versetzung zu wehren:

  1. Sie weigern sich, die Ihnen zugedachte neue Arbeitsaufgabe auszuführen bzw.
  2. Sie klagen beim Arbeitsgericht gegen die Versetzung.
  3. Sie gehen im Weg eines Eilverfahrens (einstweilige Verfügung) gegen die Versetzung vor.

Kann der Arbeitgeber mich an einen anderen Arbeitsort versetzen?

Darf der Arbeitgeber mich an einen anderen Arbeitsort versetzen? Ja, die Möglichkeit besteht im Rahmen des Weisungsrechts des Arbeitgebers, sofern diese Weisung dem “billigen Ermessen” entspricht. Das bedeutet, der Arbeitgeber muss bei der Versetzung fair bleiben.

Wie darf der Arbeitgeber die Angestellte umsetzen?

Der Arbeitgeber darf laut dem Urteil des LAG Angestellte innerhalb des Unternehmens auch ohne deren Zustimmung umsetzen. Als Ausnahme gelte nur, wenn der Arbeitsplatz im Arbeitsvertrag genau festgelegt sei (Az.: 7 Sa 538/09).

Kann der Arbeitgeber eine Änderung des Arbeitsortes vornehmen?

Der Arbeitgeber hat jedoch mit folgender Maßnahme die Möglichkeit, eine Änderung des Arbeitsortes vorzunehmen, wenn sein Direktionsrecht nicht greift: die Änderungskündigung. Hiermit beendet er das ursprüngliche Arbeitsverhältnis und legt dem Betroffenen einen abweichenden Arbeitsvertrag mit anderem Standort vor (§ 2 Kündigungsschutzgesetz).

Was darf der Arbeitgeber vor der Versetzung schützen?

Vor der Versetzung schützen kann nur eine Regelung im Arbeitsvertrag, die einen bestimmten Arbeitsort festschreibt. Dann darf der Chef den Mitarbeiter nicht gegen dessen Willen versetzen (LAG Rheinland-Pfalz – 6 Sa 871/03), erklärt der Bonner Rechtsanwalt Wolfgang Goedart Palm. Der Arbeitgeber könne sich dann nicht auf sein Direktionsrecht berufen.

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