Wann kann man jemanden wegen Unterschlagung anzeigen?
Fundunterschlagung bezieht sich auf Fälle, in denen eine Person einen Gegenstand, beispielsweise ein Portemonnaie, findet. Ab einem Wert von 10 Euro besteht eine Anzeige- bzw. Mitteilungspflicht. Steckt der Finder die Geldbörse also in der Absicht ein, sie zu behalten, macht er sich der (Fund-)Unterschlagung schuldig.
Was bedeutet Anzeige wegen Unterschlagung?
Eine Unterschlagung setzt die rechtswidrige Zueignung einer Sache voraus, der Diebstahl eine Wegnahme. Eine Unterschlagung kann also auch dann begangen werden, wenn der Täter bereits über die Sache verfügt. Außerdem droht bei einer Unterschlagung eine mildere Strafe.
Warum ist die Sache „fremd“?
Fremd ist die Sache, wenn sie einem nicht gehört. Dies bestimmt sich nach zivilrechtlichen Vorschriften. Wenn die Sache so zum Beispiel noch im Laden liegt, ist sie „fremd“, weil sie noch nicht mir gehört, sondern dem Ladeninhaber.
Kann man von Sachbeschädigung gesprochen werden?
Damit von Sachbeschädigung gesprochen werden kann, darf sich die beschädigte oder zerstörte Sache nicht im Alleineigentum des Täters befinden oder herrenlos sein. Wenn Sie also Ihr eigenes Auto zerkratzen oder eine weggeworfene Dose zertreten, die auf dem Bürgersteig liegt, müssen Sie keine Konsequenzen befürchten.
Ist ein Eigentumswechsel nicht „fremd“?
Wenn ein Eigentumswechsel vorläge, wäre die Sache beim Wegfahren ohne Bezahlen nicht „fremd“ und es scheidet Diebstahl und Unterschlagung aus. Wenn man der Ansicht folgt, dass der Gewahrsamsübergang unter der Bedingung stand, dass vor dem Wegfahren bezahlt werden muss, liegt Diebstahl vor.
Was ist eine gemeinschädliche Sachbeschädigung?
Gemeinschädliche Sachbeschädigung: Hierbei stellt der Tatgegenstand kein individuelles Eigentum dar, sondern ein öffentliches, wie z. B. Naturdenkmäler oder Objekte in öffentlichen Ausstellungen. Das Strafmaß für diese Art von Sachbeschädigung beträgt bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe (§ 304 StGB).