Wie hoch ist die Kriminalität bei jungen Männern?
Bei jungen Männern ist das Risiko, straffällig zu werden, besonders hoch. Das gilt allgemein und auch im Fall von „Zuwanderern“: 2019 waren 62 Prozent der tatverdächtigen „Zuwanderer“ unter 30 Jahre alt. Quelle Bundeskriminalamt (2020): “ Kriminalität im Kontext von Zuwanderung – Bundeslagebild 2019″, S. 13
Was erfasst das Bundeskriminalamt in der Polizeilichen Kriminalstatistik?
In der Polizeilichen Kriminalstatistik ( PKS) erfasst das Bundeskriminalamt (BKA) die Zahl der tatverdächtigen „Zuwanderinnen/Zuwanderer“. Als „Zuwanderer“ bezeichnet das BKA Asylbewerber*innen, Schutzberechtigte und Asylberechtigte, Geduldete, Kontingent- und Bürgerkriegsflüchtlinge sowie Menschen, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten.
Welche Befragungsstudien gibt es gegenüber offiziellen Kriminalstatistiken?
Befragungsstudien („Dunkelfeld“-Untersuchungen) haben gegenüber offiziellen Kriminalstatistiken den Vorteil, dass sogenannte Kriminalisierungsrisiken wie zum Beispiel ein höheres Risiko, angezeigt zu werden keinen Einfluss haben. Zudem können hier Migrationsbezüge und andere individuelle und soziale Merkmale erfasst werden, die Aufschluss geben.
Wie wird der Blick auf Zuwanderer gerichtet?
In den Aufnahmeländern können Zuwanderer zudem fremdenfeindlichen Anfeindungen und Übergriffen ausgesetzt sein. In den Aufnahmegesellschaften wird der Blick hingegen in erster Linie auf Kriminalität als von Zuwanderern ausgehende mögliche Folge von Zuwanderung gerichtet.
Welche Faktoren sind wichtig für eine kriminelle Handlung?
Auch das soziale Umfeld kann ein relevanter Faktor für eine kriminelle Handlung sein. Selbst, wenn man gar nicht beabsichtigt, das Gesetz zu brechen. „Menschen, die hier aufwachsen, lernen über Jahre, was strafbar ist und was nicht“, so Rettenberger: „Das ist bei manchen Taten wie bei Mord eindeutig.
Was sind die Gründe für kriminelles Verhalten?
Diese Gründe werden in Theorien festgehalten, wie beispielsweise in der Allgemeinen Kriminalitätstheorie nach Gottfredson und Hirschi, die kriminelles Verhalten vor allem auf ein Defizit an Selbstkontrolle zurückführt.