Wie kommt es zum Gerichtsvollzieher?
Gerichtsvollzieher sind Beamte der Justiz mit der Aufgabe, titulierte Geldforderungen von Gläubigern gegenüber einem Schuldner geltend zu machen. In anderen Worten: Wenn jemand seine Rechnungen nicht von alleine bezahlt, kann das Gericht eingeschaltet werden.
Was passiert bei Gerichtsvollzieher wenn man nichts hat?
Findet der Gerichtsvollzieher nichts von ausreichendem Wert vor, muss der Schuldner eine eidesstattliche Erklärung, früher Offenbarungseid genannt, abgeben. Zudem erfolgt ein Eintrag ins Schuldnerverzeichnis des Amtsgerichts.
Was kann der Gerichtsvollzieher vollstrecken?
Wessen Sachen der Gerichtsvollzieher pfänden? Der Gerichtsvollzieher kann alles pfänden, was sich “im Gewahrsam” des Schuldners befindet (§ 808 ZPO). Er prüft nicht, ob die im Gewahrsam des Schuldners befindlichen Sachen zu dessen Vermögen gehören (§ 119 I Geschäftsanweisung für Gerichtsvollzieher).
Wer schickt den Gerichtsvollzieher?
Der Gerichtsvollzieher wird vom Vollstreckungsgläubiger entweder direkt oder durch Vermittlung der beim Amtsgericht bestehenden sog. Gerichtsvollzieher-Verteilerstelle beauftragt (§ 753, § 766 Abs.
Wie lange dauert es nach dem Vollstreckungsbescheid bis der Gerichtsvollzieher kommt?
Zunächst benötigt der Gläubiger einen Vollstreckungstitel, beispielsweise ein (vorläufig) vollstreckbares Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid. Es dauert mindestens einige Wochen oder Monate, bis er eine solche titulierte Forderung in den Händen hält. Eine Klage kann sich sogar über mehrere Jahre ziehen.
Was passiert wenn man Zwangsvollstreckung hat?
Die Zwangsvollstreckung ist das staatliche Verfahren, mit dem der Gläubiger zwangsweise seine Ansprüche gegen den Schuldner durchsetzen kann. Mit dem Urteil hat der Gläubiger einen vollstreckbaren Titel in der Hand, mit dem er sein Recht durchsetzen kann, falls der Schuldner nicht freiwillig zahlt.
Was passiert wenn man nicht gepfändet werden kann?
Passiert nichts, lassen manche Gläubiger die Schulden von Inkasso-Firmen eintreiben. Sie können sich auch ans Gericht wenden. Das verschickt erst einen Mahn- und dann einen Vollstreckungsbescheid. Damit kann der Gerichtsvollzieher Eigentum des Schuldners pfänden.
Wer trägt die Kosten für den Gerichtsvollzieher?
Grundsätzlich gilt laut § 788 der Zivilprozessordnung (ZPO), dass die Kosten der Zwangsvollstreckung dem Schuldner zur Last fallen. Zahlt der Schuldner nicht oder ist durch den Gerichtsvollzieher keine Pfändung möglich, muss zunächst der Gläubiger für die Kosten aufkommen.
Was ist die Zuständigkeit des Gerichtsvollziehers?
Zuständigkeit des Gerichtsvollziehers Der Gerichtsvollzieher ist für die Pfändung von beweglichen Sachen und für die Abnahme der Vermögensauskunft zuständig. Er kann weder Arbeitseinkommen pfänden…
Warum ist die Gerichtsvollzieherin nicht verpflichtet zu klären?
Grundsätzlich nicht, ABER… Die Gerichtsvollzieherin/der Gerichtsvollzieher ist nicht verpflichtet und nicht befugt, vor Ort die bestehenden Eigentumsverhältnisse zu klären. Sie oder er kann alle pfändbaren Gegenstände, die im Verfügungsbereich der Schuldnerin/des Schuldners sind, in das Pfändungsprotokoll aufnehmen.
Was sind die Gerichtsvollzieher-Verteilerstellen?
Bei den Amtsgerichten bestehen sogenannte Gerichtsvollzieher-Verteilerstellen, die Aufträge der Gläubiger an die Gerichtsvollzieher im jeweiligen Amtsgerichtsbezirk sammeln und diese dann dem jeweils zuständigen Gerichtsvollzieher zuweisen.
Was ist die größte Herausforderung für einen Gerichtsvollzieher?
Die größte Herausforderung für einen Gerichtsvollzieher ist die richtige Mischung von Distanz und Einfühlungsvermögen. Kompetenzen, die man nur bedingt erlernen kann. Den verständlichen Emotionen der Schuldner mit Kommunikationsstärke und Empathie zu begegnen, ohne den Auftrag zu gefährden, kann manchmal ein schwieriger Balanceakt werden.