IT-Projekte kaufen und verkaufen, StartUp gründen

Habt ihr schon einmal etwas von Projektify gehört?

Nein? Dann wird es aber höchste Zeit! Projektify ist ein junges Startup aus Nürnberg, auf deren Plattform man Webseiten kaufen und verkaufen kann.

Das Projekt ist nicht profitorientiert und liefert eine Vielzahl nützlicher Informationen rund um das Gründen eines eigenen Startups.

Wir haben uns mit den Gründern Dominic Lindner und Martin Weber unterhalten und erfahren, wie man als IT-Talent durchstarten kann.

IT-Talents:

Hallo Dominic, hallo Martin. Ihr habt Projektify gegründet, worum genau handelt es sich dabei eigentlich?

Dominic Lindner:

Hallo liebes IT-Talent Team! Vielen Dank für die Einladung. Als langjährige Nutzer eurer Plattform freut es uns besonders uns mit euch auszutauschen.

Nun zu uns. Projektify ist ein Marktplatz für den An- und Verkauf von Webprojekten. Jedes IT-Talent hat wohl einiges an Software oder laufende Webprojekte wie einen Blog oder ein Forum zuhause. Als geschulte Programmierer bastelt denke ich jeder von uns in seiner Freizeit an aufregenden Projekten herum. Diese sind oft schon sehr ausgereift und bereit für einen Mini-Exit. Deswegen bieten wir mit Projektify einen Marktplatz für genau solche Webprojekte. Ihr könnt dort kostenlos eure Webprojekte anbieten und mit unserer Treuhandfunktion sicher verkaufen. Umgekehrt können branchenerfahrene Nicht-ITler diese aufgreifen und skalieren. Wir haben z.b. 2015 unseren Möbelstartup an einen erfahrenen Möbelexperten verkauft, der diesem bis heute noch weiterführt. Wir sind aktuell beide seit Mitte 2015 als IT-Consults tätig und Projektify ist sozusagen neben den Beruf unser Hobby.

IT-Talents:

Projektify ist kostenlos, soll das so bleiben? Wo liegt eure Motivation?

Dominic Lindner:

Das ist ganz einfach. Wir möchten Lernen. Lernen, eine Plattform von A bis Z gemeinsam mit Partnern aufzubauen und zu einer starken Marktreife zu bringen. Es macht uns einfach Spaß zu lernen und an IT-Projekten ganzheitlich zu arbeiten.

Weiterhin wurde uns sehr geholfen als wir noch Studenten waren und auch jetzt nach den Berufseinstiegt als IT-Consult entwickeln wir uns ständig weiter. Dieses Wissen stecken wir direkt in Projektify und probieren es dort aus. Wir möchten auch etwas an die Gründerszene und die IT-Talente da draußen zurückgeben.

IT-Talents:

Ok, angenommen ein IT-Talent möchte seine Webseite verkaufen, oder möchte gerne ein Projekt übernehmen, was sind die Schritte?

Dominic Lindner:

Zuerst einmal sollte das IT-Talent genau unseren Blog lesen und die Gründe lesen, eine Webseite zu verkaufen. Dort kann es nochmal genau evaluieren ob dies wirklich der richtige Schritt ist. Anschließend haben wir einen Preiskalkulator, welcher in 5 einfachen Schritten den Preis schätzt. Das IT-Talent erstellt anschließend eine Anzeige auf Projektify und lädt Bilder des Webprojekts hoch. Zur dieser Erstellung bieten wir ebenfalls Hilfe im Blog. Nun kontaktieren interessierte Nutzer das IT-Talent direkt und verhandeln den Preis. Hierzu haben wir Tipps zur Preisverhandlung ebenfalls im Blog. Nach einer Einigung kann das IT-Talent den Webshop sicher über unser Shopsystem verkaufen. Natürlich kostenlos. Hierzu sind wir von 2 ShopTÜV’s zertifziert.

IT-Talents:

Eine wirklich interessante Idee, wie seid ihr an die Startup-Gründung heran gegangen?

Dominic Lindner:

Schaut man in aktuelle Gründermagazine liest man Lean und Agile als absolute Buzzwords. Wir haben uns diese zu Herzen genommen. Lean meint den Prozess. Also wie kann man schlank gründen und Verschwendung vermeiden. Agile meint das Produkt schnell an den Markt zu bringen, Feedback zu erhalten und dies schnell umzusetzen. Natürlich decke ich damit nur einen Teil der Philosophie hinter diesen Begriffen ab, aber für die Beantwortung der Frage soll dies ausreichen.

Wir haben uns also überlegt wie wir innerhalb eines Wochenendes ein fertiges Produkt bekommen. So war es auch. Nach 48h stand der Marktplatz. Die wichtigen Features waren drin und wir hatten Feedbackbögen. Einen USP hatten wir nicht, da wir nicht wussten was ein direkter USP eigentlich sein soll. Die ersten Nutzer wurden persönlich in Foren und Facebook angeschrieben und um Feedback gebeten. Dieses führte uns zum USP des umfangreichen Blogs und des sicheren Verkaufens. Auch hier sind uns nicht 100% sicher und evaluieren dies gerade. Deswegen ist es auch gut, dass es kostenlos ist, damit wir genau schauen wie Menschen den Service nutzen und wie man es verbessern kann. So lernten wir auch unsere Zielgruppe kennen und konnten diese genau definieren. Nämlich IT-Talente wie ihr und Branchenexperten.

Dann haben wir uns überlegt, wer von unserer Plattform profitieren kann und wie wir gemeinsam mit diesem arbeiten können. Hier haben wir gesehen, dass Menschen, welche Webprojekte kaufen, diese anschließend erweitern wollen und dazu vertrauenswürdige Freelancer suchen und auch gerne nach dem Kauf weiter unterstützt werden wollen. So sind wir auf die Freelancer gekommen und damit, neben sicheren verkaufen und der kostenlosen Nutzung, auf unseren dritten USP gekommen. Die Freelancer erhalten nun Werbung auf unserer Plattform, können sich über neue Kunden freuen und helfen uns mit ihrer Expertise unsere Plattform aufzubauen. So können wir rasant wachsen, da wir mittlerweile aus einen 6 Personen starken Team mit Experten in SEO, Marketing, Test, Webdesign und Blogging verfügen. Wir sind mittlerweile besser ausgestattet als viele Webagenturen. Das gemeinsame Ziel hält uns alle zusammen und motiviert uns.

Nun nutzen wir stark den Ansatz des Growth Hacking um unsere Plattform auf 100% Wachstumsorientierung zu bekommen. Anschließend werden sie 2017 komplett noch einmal neu entwickeln und dann dieses ausgereifte Produkt auch in andere Länder skalieren. Solange schreiben wir alle neuen Erkenntnisse auf und entwickeln ein Lastenheft für die nächste Version. Das heißt wir skalieren erst sobald wir wirklich sicher sind, was der Kunde wirklich will und nicht, was er meint, dass er wollen könnte.

IT-Projekte kaufen und verkaufen, StartUp gründenDominic Lindner und Martin Weber von Projektify.de

IT-Talents:

Ihr habt beide Wirtschaftsinformatik studiert, hat euch das Studium bei der Gründung geholfen?

Dominic Lindner:

Wir haben uns für unseren 2. Startup genau überlegt wie wir unsere Stärken am besten einsetzen. Als ITler steht man an der Schnittstelle zwischen Menschen, IT und dem Markt. Genau an diese Schnittstelle wollten wir kommen. Wie positioniere ich mich also? Mit einem reinen Informatiker kann ich nicht mithalten und auch ein Management-Absolvent ist in der Business-Analyse besser ausgebildet. Also stehen wir genau an der Schnittstelle zwischen IT und Business. Wir vermitteln zwischen diesem. Aus diesem Grund war das Studium perfekt, da man sich als Wirtschaftsinformatiker immer stark positionieren muss. Das merkt man auch beim Berufseinstieg.

IT-Talents:

Welche drei Kompetenzen aus dem Studium sind am wichtigsten?

Dominic Lindner:

Empathie steht für mich an erster Stelle. Egal was ihr tut (in der IT und privat), ihr werdet mit anderen Menschen zusammenarbeiten. Diese müsst ihr überzeugen, motivieren und mitnehmen auf euren Weg. Dazu müsst ihr auch ein spannender und weltoffener Mensch sein und auch nicht nur über IT-Themen reden können. Ihr müsst auch lernen mit schwierigen Situationen und Menschen umzugehen. Jeder in euren Projektteam verdient einen respektvolle und auf ihn zugeschnittenen Umgang. Diese Kompetenz lernt man vor allem auch den zahlreichen Unipartys wo man mit vielen anderen Studenten aus anderen Fachbereichen in Kontakt kommt. Gerade mit jemand aus einen völlig anderen Studienfach ist es sehr spannend zu reden, da er völlig andere Sichtweisen aus gewisse Dinge hat.

Abstrahieren (Induktion)! Ihr müsst lernen gewisse Dinge aus der Praxis zu abstrahieren. Das heißt gewisse Abläufe zu erkennen und diese in ein Rahmenwerk zu gießen und genau zu verstehen. Wie reagieren eure Kunden oder euer Markt? Dies muss man genau erkennen und als Rahmenwerk (Businessplan) oder Vision formulieren können. Die Wirtschaftsinformatik ist eine sehr praxisorientierte Wissenschaft und lebt von solchen Beobachtungen.

So ist auch die Deduktion, also das Gegenteil der Induktion sehr wichtig. Ihr müsst auch in der Lage sein, theoretische Erkenntnisse zu verstehen, diese zu formulieren und mit konkreten Umsetzungsplänen zu versehen. Z.B. neue Trends wie Growth Hacking waren anfangs nur theoretisch recht schwammig zu verstehen. Auch der Lean Startup war vor Eric Ries eigentlich nicht verständlich und greifbar. Eine große Kompetenz ist es also solche Theorie greifbar zu machen und umzusetzen. Am besten sogar bevor es alle anderen tun.

Induktion und Deduktion in Kombination erlauben euch also das Beste aus eurer Umwelt, mit den Besten aus aktueller Literatur in einem Produkt zu vereinen. Wenn ihr dazu noch ein netter und ausgeglichener Mensch seid, dann seid ihr perfekt gerüstet.

IT-Talents:

Vielen Dank! Was würdet ihr IT-Studierenden mit auf den Weg geben wollen?

Dominic Lindner:

Studiert nicht des studieren Willens. Wissen ist oftmals schnell nicht mehr aktuell und wird durch neues Wissen ersetzt. Jedoch gibt es eins, was euch immer bleibt: Soft-Skills und methodische Kompetenz wie Deduktion und Induktion. Sammelt also keine Credits und schaut bei der nächsten Powerpointpräsentation genau darauf, diese methodisch sauber zu entwickeln und mit euren Team das Beste herauszuholen. Versucht Vorlesungen von anderen Seiten zu betrachten und entwickelt eure methodischen Stärken. Seht es also als Probelauf vor dem Berufseinstieg. Auch Rede- und Präsentationskills werden euch bis an eure Lebensende etwas nutzen. Gerade in solchen Gruppenarbeiten könnt ihr Empathie und auch Führung üben. Schafft ihr es, dass eure Vorschläge gehört und umgesetzt werden? Haltet ihr als Team Deadlines und Pläne? Dann seid ihr schon auf den besten Weg zu Führungskraft oder Projektleiter zu werden. Sammelt als kein Credits, sondern geht bewusst mit der wertvollen Zeit in der Universität um und feiert anschließend was das Zeug hält um euch mit vielen anderen Studenten aus den unterschiedlichen Fachrichtungen auszutauschen. Ihr werdet dort aufregende neue Denkweisen und die berühmte „andere Seite der Medaille“ vieler Themen kennenlernen.

IT-Talents:

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Projektify!

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